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Figura Theaterfestival
Baden, 12.–17. Juni 2018
 
 

Liebe Freundinnen und Freunde des Figura Theaterfestivals

Die 13. Ausgabe des Figura Theaterfestival Baden nimmt Form an: viele Stücke wurden visioniert, Grünschnäbel-AnwärterInnen wurden geprüft, die Kontakte zu den Spielorten sind aktiviert und die Grünschnabel-Jury hat ein neues Mitglied.

FIGURA muss 2018 auf das Kurtheater als Aufführungsort verzichten, da dieses Ende März wegen Umbau- und Erweiterungsarbeiten schliesst. Wo die Eröffnungsfeier und die Preisverleihung über die Bühne gehen werden, ist noch nicht geklärt.

Und wer es in den letzten Jahren verpasst hat oder endlich auch mal dabei sein möchte: Interessierte können sich bereits bei info@figura-festival.ch melden, um das kommende FIGURA als HelferIn zu unterstützen. Eine Ausschreibung und die detaillierten Infos folgen im Januar 2018.

 

 

Neues Jury-Mitglied beim Grünschnabel 2018

Für die Verleihung des achten Grünschnabels sind 42 Bewerbungen aus 13 Ländern in Baden eingetroffen. Frankiert wurden die Dossiers in der Schweiz sowie in Kanada, Deutschland, Belgien, Frankreich, Holland, Spanien, England, Polen, Österreich, Tschechien, den USA und im Iran. Der Auswahlprozess ist am Laufen, viele Produktionen der BewerberInnen konnten bereits diesen Sommer und Herbst an einem der zahlreichen Festivals besucht werden.
Ab dem kommenden Jahr tritt die Grünschnabel-Jury in neuer Formation auf: Neben Gunhild Hamer (Vertreterin des Kantons Aargau) und Urs Wehrli (Bühnenkünstler) wird Christian Bollow (FITZ! – Zentrum für Figurentheater Stuttgart) die Jury komplettieren. Er tritt die Nachfolge von Anke Meyer an, die von 2012 bis 2016 in der Grünschnabel-Jury tätig war.
Der Literaturwissenschaftler Christian Bollow kam 1993 „in der Rolle des Kommentators und Einflüsterers“ für seine Frau Christiane Zanger, Regisseurin beim figuren theater tübingen (1993) um Frank Soehnle, zum Figurentheater. Seine Funktion als Medienverantwortlicher des FITZ – früher Figurentheater Stuttgart – erlaubte es Bollow, die Entwicklung dieses Theatergenres und seiner Auswüchse genauestens zu verfolgen.
Bollow war schon mehrmals Gast am FIGURA: „Welche Ausgaben vom FIGURA ich besucht habe, weiss ich nicht mehr, es muss also reichen, dass ich es schätze und mag: Als ein konzentriertes, sehr warmherziges und spannendes Festival, das wunderbar in der Lage ist, fast eine ganze Stadt in ein anderes Licht zu tauchen.“

UNIMA Suisse sucht neue Vorstandsmitglieder

Mehrere Vorstandsmitglieder der UNIMA Suisse haben vor, bei der nächsten Generalversammlung im März 2018 zurückzutreten. Ein neuer, verjüngter und tatkräftiger Vorstand soll dann gewählt werden. Damit der Übergang zügig vorangeht, eine neue Richtung bestimmt sowie der Strukturwandel des Berufsverbandes und die Budgetplanung angerissen werden können, sollen bereits in diesem Herbst Interessierte bestimmt werden. Sollte bei der nächsten Generalversammlung kein neuer Vorstand gestellt werden können, muss sich die UNIMA Suisse gemäss Statuten auflösen. Deshalb sind die Vorstandssitzungen am 18.10 und 8.11. (jeweils 10-14 Uhr in Olten) für alle geöffnet. Interessierte können sich bei jonas@thealing.ch melden.

FIGURA-Glossar: Maske

Kann man Masken als Technik des Figurentheater beschreiben? Diese Frage ist nicht ganz eindeutig zu beantworten. Im alphabetischen Index der Enzyklopädie der UNIMA beispielsweise wird sie nicht aufgeführt.
Die Maske stellt nicht nur ein Mittel der Verhüllung sondern auch der Distanznahme zum eigenen Selbst dar. Basierend auf diesen Eigenschaften tauchten Masken unabhängig voneinander in zahlreichen Kulturen auf der ganzen Welt als Teil von Ritualen oder im Theater auf. Für den europäischen Kulturraum war der Einsatz von Masken unter anderem in der griechischen Antike aber auch der Commedia dell’Arte prägend. Heute wird die Maske eher selten als Spielmittel eingesetzt. Der Gruppe Familie Flöz (DE) beispielsweise – welche 2012 mit «Garage d'Or» als 'Amuse Bouche' im Vorfeld des FIGURA in Baden zu Gast war (Bild © Emanuela Danielewicz) – erlauben die riesigen Ganzkopfmasken ein nachhaltig in Erinnerung bleibendes Theatererlebnis zu kreieren.



5 Fragen an... Charlotte Huldi

Charlotte Huldi, künstlerische Leiterin des Théâtre de la Grenouille in Biel und Dozentin an der Hochschule der Künste Bern HKB, arbeitete nach ihrer Ausbildung an der Ecole Internationale de Théâtre Jacques Lecoq und der Ecole Philippe Gaulier / Monika Pagneux (beide Paris) am Theater Biel Solothurn und an den Bühnen der Stadt Kiel. Ihre Karriere widmete sie bisher vorwiegend dem Kinder- und Jugendtheater. Die Produktionen werden häufig in Zusammenarbeit mit bildenden KünstlerInnen und MusikerInnen erarbeitet. Das 1985 von ihr und Arthur Baratta gegründete zweisprachige Théâtre de la Grenouille hat vor einem Monat den Kulturpreis 2017 des Kantons Bern erhalten.

Wieso Figurentheater?
Ich nutze das Mittel des Figurentheaters in einigen Produktionen, nicht systematisch. Obwohl ich hauptsächlich Stücke mit SchauspielerInnen kreiere, spielt die Arbeit mit dem Bild, den Materialien und Objekten eine zentrale Rolle in meinen Inszenierungen. Figuren nutze ich, wenn eine weitere Narrationsebene gebraucht wird. So entsteht eine kleine Distanz zwischen SpielerIn und Figur, welche ungeheuer spannend ist. Die Beziehung zwischen FigurenspielerIn und der Figur interessiert mich, die ZuschauerInnen können sehen, wie die Figur geführt wird. Mit Figuren kann man dramatischere, emotionalere Situationen erzählen, die so mit realen SchauspielerInnen gar nicht funktionieren oder viel zu pathetisch wirken würden. Auch der Dimensionswechsel, wie Verkleinerung oder Vergrösserung oder Abstraktion der Figur, sind reizvolle Inszenierungsmittel, welche ich gerne nutze.
Wo finden Sie Ihre Inspiration/Ideen?
In der Zusammenarbeit und im Austausch mit den visuellen KünstlerInnen, BühnenbildnerInnen, den PuppenbauerInnen, aber auch im Comic oder im Film.
Was für ein Ritual steht vor dem Auftritt?
Für die SchauspielerInnen ist die 'mise' eines der wichtigsten Rituale: Das heisst, dass alle Objekte, Magnete und Requisiten genau installiert und geprüft werden. Aber auch mit der Puppe herumgehen, sitzen oder ihre Kopfbewegungen testen. Da z.B. «Perô oder die Geheimnisse der Nacht» (Bild @ zvg) ein Musiktheater ist, gehört das Einsingen und das Ansingen der Lieder ebenfalls zu gemeinsamen Ritual vor dem Auftritt.
Wann läuft alles rund?
Wenn kein Arm oder Bein irgendwo hängen bleibt und kein Faden oder Gummi sich verdreht. Wenn die Figur immer lebt, atmet.
Wer ist ihr Bühnenvorbild?
Oh, das ist sehr schwierig zu beantworten, denn mir gefallen verschiedene Genres. Ein Stück muss musikalisch sein, die Bewegungen (der SchauspielerInnen oder der Figur) sind ebenfalls musikalisch und Teil des Ganzen. Und im Figurentheater im Besonderen: Das Spiel mit den Figuren oder mit dem Material muss überraschend, berührend, intim und frech sein. Ein Beispiel dafür wäre das Stück «Fragile» der Cie Gare Centrale/Squattage poétiques.



Tipps, Hinweise, Literatur

Ausschreibung: Premio 2018
Der Nachwuchspreis Premio für Tanz und Theater hat diesen Monat die Ausschreibung für den Preis 2018 aufgeschaltet. Die Ausschreibung richtet sich an noch in der Konzeptphase befindende Projekte, die bisher weder aufgeführt noch im Rahmen einer Ausbildung entwickelt wurden. Interessierte Jungschaffende finden hier Infos zur Ausschreibung. Anmeldeschluss ist der 1. Januar 2018. 

Neue wissenschaftliche Publikationsreihe «denkste: puppe»
Erstmals ist im deutschsprachigen Raum ein wissenschaftliches online-Journal lanciert worden, welches sich dem Verhältnis Mensch und Puppe widmet. Das interdisziplinär ausgerichtete Journal «denkste: puppe» wird von Prof. Dr. Insa Fooken und der Literaturwissenschaftlerin Dr. Jana Mikota herausgegeben. Die erste Ausgabe, welche Puppen in Bedrohungsszenarien gewidmet ist, soll spätestens im Frühjahr 2018 erscheinen. Die entsprechende Homepage ist noch im Aufbau.

 

 

Die Autorin

Franziska Burger hat ihr Herz schon lange an das animierte Objekt auf der Bühne verloren. In ihrer Doktorarbeit, welche sie am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern verfasst, versucht sie dem Verhältnis von SpielerIn und Spielfigur im zeitgenössischen Figuren- und Objekttheater auf den Grund zu gehen. 

Anregungen, Irritationen und Ideen dürfen gerne an info@figura-festival.ch geschickt werden.

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Tel +41 (0)56 221 75 85, info@figura-festival.ch, www.figura-festival.ch