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Figura Theaterfestival
Baden, 12.–17. Juni 2018
 
 

Liebe Freundinnen und Freunde des Figura Theaterfestivals

Genug der Jahresrückblicke: Das neue Jahr hat seine eigenen Herausforderungen und Neuerungen im Gepäck. Und gerade dem Figurentheater in der Schweiz stehen Veränderungen bevor: Das von der UNIMA Suisse herausgegebene Fachblatt figura wird neu von Jacqueline Surer geleitet und an der Universität Bern fiel Anfang Jahr der Startschuss für ein Forschungsprojekt zu Figurentheater. Ausserdem finden sich im Newsletter Hinweise zu einer Première, zum Fritz-Wortelmann-Preis in Bochum sowie zu zwei Workshops rund ums Objekt- und Figurentheater.

FIGURA wünscht allen äs guets Neus!

Fachzeitschrift figura unter neuer redaktioneller Leitung

Die halbjährlich von der UNIMA Suisse herausgegebene Fachzeitschrift figura erscheint neu unter der Leitung von Jacqueline Surer (Bild © zvg), die sowohl als Gründerin und Mitglied von Gustavs Schwestern wie auch als Delegierte bei UNIMA International mitwirkt. Sie löst mit dem im Frühjahr 2017 erscheinenden Heft die leitende Redakteurin Eveline Gfeller ab, welche die Zeitschrift während zehn Jahren verantwortet und geprägt hat.
Hinweise auf Premièren, Festivals, Workshops oder Themenvorschläge werden gerne über redaktion.figura@gmx.ch entgegengenommen. 



Startschuss für Figurentheaterprojekt an der Universität Bern

Am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern ist unter der Leitung von Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer, Prof. Dr. Christina Thurner und Prof. Dr. Andi Schoon (Hochschule der Künste Bern) ein Forschungsprojekt zum gegenwärtigen Figurentheater initiiert worden. Es sind zwei Dissertationen und eine Post-Doc-Arbeit vorgesehen, die schwerpunktartig Figurentheater an den Schnittstellen zwischen Sprech-, Musik- sowie Tanztheater untersuchen.
Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziell unterstützt. Geplant sind Kooperationen mit Ausbildungsstätten und Festivals (dazu zählt auch FIGURA), wie auch die Durchführung eines wissenschaftlichen Symposiums. 

FIGURA-Glossar: Fadenmarionette

Heinrich von Kleist widmete sich dieser Puppenform mit seinem berühmtesten Essay «Über das Marionettentheater», in welchem er der Gliederpuppe gegenüber menschlichen SchauspielerInnen den Vorzug gibt.
Der Aufbau dieser Puppenart ist komplex: Eine Gliederpuppe ist mittels an verschiedenen Gelenken fixierten Fäden an ein Fadenkreuz befestigt, welches von der Spielerin/dem Spieler in der Hand gehalten wird. Doch eine möglichst natürliche Spielweise ist genauso kompliziert wie der Aufbau und bedarf jahrelangen Trainings und viel Fingerspitzengefühl: je mehr Fäden am Kreuz befestigt sind, desto komplexer die Animation.
Bei kaum einer anderen Spieltechnik sind SpielerIn und Figur derart weit voneinander entfernt: Der/die SpielerIn wird durch die Draufsicht auf die Puppe zu AnimatorIn und ZuschauerIn zugleich. Insbesondere der Figurenspieler Frank Soehnle ist weltweit bekannt für sein virtuoses Marionettenspiel, wie bei FIGURA im Jahr 2012 mit «Hôtel de Rive» (Bild © Helmut Pogerth) zu sehen war.



5 Fragen an... Frida Leon Beraud

Die aus Argentinien stammende Figuren- und Schauspielerin sowie Regisseurin und Ausstatterin Frida Leon Beraud (Bild © zvg) gründete nach ihrer Ausbildung in Berlin 2004 zusammen mit Frauke Jacobi die DALANG - Puppencompany. Am 28. Januar feiert im Kulturmarkt, Zürich ihre neueste Produktion Première, die Oper «Mozart in Moskau», welche in Kooperation mit MusikerInnen aus der Schweiz und Argentinien entstanden ist.

Wieso Figurentheater?
Figurentheater ist für mich eine Synthese von verschiedenen Kunstformen, die auf die Bühne gebracht werden. Deshalb ist es für mich eine der schwierigsten Formen des Theaters und leider bis heute unterschätzt.
Als Figurenspielerin strebe ich nicht nur, wie z. B. ein Schauspieler, eine echte Interpretation eines Erzählstoffes an, sondern auch eine gekonnte Belebung des Objektes, eine fantasievolle Gestaltung der Figuren und des Bühnenbildes. Das Jonglieren zwischen verschiedenen Ausdruckformen, die auf einer Bühne zusammenkommen, reizt mich immer noch sehr.    
Wo finden Sie Ihre Inspiration/Ideen?
Meine Inspiration oder Ideen finde ich meistens im Alltag, in der Zeitung, auf Reisen, selten aus Büchern oder Theaterstücken, die mir in die Hände fallen.    
Was für ein Ritual steht vor dem Auftritt?
Ich gehe meinen Text durch, kontrolliere alle möglichen „Störfaktoren“ (Beamer, Licht, Gelenke der Figuren, etc.), wärme meinen Körper und Stimme auf, wünsche meiner Theatertechnikerin eine gute „gemeinsame Reise“, rufe alle guten Geister an und hoffe die Herzen der ZuschauerInnen zu erreichen. Sie sollen ihren Alltag vergessen und mit mir „auf Reisen“ gehen können.
Wann läuft alles rund?
Es läuft alles rund, wenn ich nach der Vorstellung bei den Zuschauenden in leuchtende Augen blicken kann. Dann habe ich das Gefühl, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe. Es gibt aber immer etwas zu verbessern!
Wer ist Ihr Bühnenvorbild?
Eigentlich habe ich kein Bühnenvorbild. Bei ein paar KollegInnen bewundere ich ihre Technik, bei anderen ihr Erzählvermögen, Gestaltungsfertigkeit, Bühnenpräsenz, etc. Aber wenn ich einen Namen nennen müsste, wäre es ohne Zweifel Neville Tranter.



Tipps, Hinweise, Literatur

Workshop I: mit Pigmalião Escultura que Mexe
Wer hat die mörderischen Schweinchen von Cia Pigmalião (Brasilien) nicht immer noch lebhaft vor seinen Augen, die beim vergangenen FIGURA zu sehen waren? Vom 25. Januar bis 3. Februar findet unter der Leitung des Regisseurs Eduardo Felix bei IF Operator in Brüssel ein Workshop statt, der sich rund um die Gestaltung und Manipulation von Marionetten dreht. Weitere Infos.

Workshop II: mit Théâtre de Cuisine
Im Rahmen des Festival Momix in Kingersheim (Elsass) wird der deutsch-französische Workshop «Objekttheater – Theater für junges Publikum» durchgeführt. Dieser findet vom 29. Januar bis 5. Februar 2017 statt und wird von Christian Carrignon und Sophie Bartels vom legendären Théâtre de Cuisine geleitet. 
Beim Workshop werden nicht nur Grundlagen des Objekttheaters vermittelt, sondern es werden ebenfalls gemeinsam Aufführungen am Festival Momix besucht. Das alljährlich stattfindende Momix widmet sich dem Kinder- und Jugendtheater, wobei ein Schwerpunkt auch auf Bilder-, Objekt- und Figurentheater gelegt wird.  

Gustavs Schwestern feiern Première
Am 14. Januar feiert das Theater Gustavs Schwestern mit seiner neuesten Produktion Première im Theater Stadelhofen. Die ehemaligen Grünschnabel-Gewinnerinnen Sibylle Grüter und Jacqueline Surer erarbeiten unter der Regie von Dirk Vittinghoff «Der Tag, an dem Louis gefressen wurde». Das Stück – frei nach dem Bilderbuch von John Fardell – handelt von einer rasanten Verfolgungsjagd, bei der Lilli ihren kleinen Bruder Louis aus dem Schlund einer Vielzahl von Monstern zu retten versucht. 

Aufruf: Bochum verleiht den Fritz-Wortelmann-Preis
In den Kategorien Professioneller Nachwuchs, Erwachsene Amateure sowie Jugendclubs und Schultheater wird im September 2017 in Bochum zum 45. Mal der Fritz-Wortelmann-Preis verliehen. Bewerbungsschluss für interessierte KünstlerInnen ist der 15. Mai 2017. Weitere Infos

Die Autorin

Franziska Burger hat ihr Herz schon lange an das animierte Objekt auf der Bühne verloren. In ihrer Doktorarbeit, welche sie am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern verfasst, versucht sie dem Verhältnis von SpielerIn und Spielfigur im zeitgenössischen Figuren- und Objekttheater auf den Grund zu gehen. 

Anregungen, Irritationen und Ideen dürfen gerne an info@figura-festival.ch geschickt werden.

Figura findet man auch auf Facebook
www.facebook.com/figuratheaterfestival

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Figura Theaterfestival, Bruggerstrasse 37, Postfach, CH-5401 Baden
Tel +41 (0)56 221 75 85, Fax +41 (0)56 221 75 15, info@figura-festival.ch, www.figura-festival.ch