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Figura Theaterfestival
Baden, 12.–17. Juni 2018
 
 

Liebe Freundinnen und Freunde des Figura Theaterfestivals

Die Meldung zu Subventions-Kürzungen für Theaterverbände durch das Bundesamt für Kultur (BAK) hat in der Schweizer Kulturlandschaft hohe Wellen geschlagen. Betroffen sind überregionale und auf die Freie Szene und Kleinkunst fokussierte Verbände wie ACT und KTV, die dem weiterhin subventionierten Schweizerischen Bühnenverband gegenüberstehen. Auch der Vereinigung der Schweizer Figuren- und Puppentheater UNIMA Suisse sind die Mittel gestrichen worden. Die Verbände und die Schweizer Theaterschaffenden fordern eine Rücknahme der geplanten Kürzungen. Stattdessen soll unter Begleitung und Unterstützung vom BAK eine potentielle Verbandsfusion geprüft und eingeleitet werden.
Der Verband Kunst und Politik initiierte eine Protestaktion, die bis zum 4. April von über 1060 Persönlichkeiten aus dem Theaterbereich und aus anderen Künsten unterschrieben wurde. Das Dokument soll noch in dieser Woche dem BAK überreicht werden.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Das BAK ehrt die Figurenspielerin Margrit Gysin mit einem Theaterpreis, FIGURA schreibt den Grünschnabel und einen Schattentheaterworkshop für Schulen aus, und wir gehen ausserdem der Frage nach, wie das Programm für das FIGURA zusammengestellt wird.

 

 

Grünschnabel 2018

Im Rahmen von FIGURA 2018 wird der Grünschnabel zum achten Mal an eine vielversprechende Figurentheater-Gruppe oder -KünstlerIn verliehen (Bild: Gewinner 2016 Søgaard/Barthel/Yun © zvg). Nominiert für den vom Regierungsrat des Kantons Aargau ausgeschriebenen Preis werden vier bis sieben Ensembles, welche nicht länger als sechs Jahre als Kunstschaffende tätig sind. Einzusenden sind neben dem Anmeldeformular, einer Auflistung des beruflichen Werdegangs, der Beschreibung des eingereichten Stücks sowie Foto- und/oder Videomaterial auch die Erwähnung der kommenden Spieltermine. Die Programmgruppe entscheidet nach Sichtung des eingesendeten Materials sowie dem Besuch einer Aufführung über eine mögliche Einladung zum 13. Figura Theaterfestival 2018 in Baden.

Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2017.



Margrit Gysin erhält einen Schweizer Theaterpreis 2017

Die Figurenspielerin Margrit Gysin (Bild © BAK/Gneborg) wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Theaterpreis 2017 ausgezeichnet. Gysin, die ihre Theaterform selbst als „Verkörperungskunst“ bezeichnet, ist bereits seit über 40 Jahren als freischaffende Künstlerin auf der Bühne aktiv. In den 1980ern begann sie als eine der ersten Spielerinnen in der Schweiz die Figuren und Objekte offen zu manipulieren und auch den eigenen Körper ins Spiel zu integrieren. Neben ihrer Lehrtätigkeit entwickelte die preisgekrönte Theatermacherin rund 30 Produktionen, von denen sie einige noch immer regelmässig aufführt.
Die Verleihung der Schweizer Theaterpreise und die Bekanntgabe der Gewinnerin oder des Gewinners des Grand Prix Theater / Hans-Reinhart-Ring 2017 findet am Mittwoch, 24. Mai im LAC – Lugano Arte e Cultura statt.

FIGURA gratuliert Margrit Gysin von Herzen zu dieser Auszeichnung!



Vom Theaterbesuch zur Festivaleinladung

Eine Produktion muss live gesehen worden sein, qualitativ überzeugen und die Programmgruppe begeistern: Dies sind die ersten Hürden, die überwunden werden müssen, damit ein Stück ans FIGURA eingeladen werden kann. Hinzu kommen technische und administrative Knackpunkte wie: Passt es der Gruppe zeitlich? Steht in Baden oder Wettingen eine passende Bühne zur Verfügung? Stimmt die Honorar-Forderung der KünstlerInnen mit den Möglichkeiten von FIGURA überein? Stimmt das Gleichgewicht zwischen den geplanten FIGURA fuori-,Kinder-, respektive Erwachsenen-Inszenierungen?
Zwischen 300 und 400 Inszenierungen werden von der FIGURA-Programmgruppe bestehend aus Nina Knecht, Sven Mathiasen und Eveline Gfeller zwischen zwei Festivalausgaben visioniert. Die drei teilen sich die Destinationen und Aufführungen untereinander auf und besuchen nahezu ohne Unterbruch zahlreiche Festivals, Gastspiele und feste Häuser im In- und Ausland. Auch wenn nur eine Person eine Produktion live gesehen hat, wird stets in der Gruppe entschieden, mit welchen Ensembles und KünstlerInnen im Hinblick auf das kommende Festival konkrete Verhandlungen aufgenommen werden. Jeweils im Januar vor dem Festival steht das Programm fest – und die Feinarbeit mit Vertragsausarbeitung, Zeitplanung, Hotelbuchung und Planung von Anreise und Transport kann beginnen.

FIGURA kommt in die Schule: Schattentheaterworkshop

Schulen und Lehrkräfte aufgepasst! FIGURA bietet übers ganze Jahr Workshops zu Schattentheater an. Geleitet werden diese vom Figurenspieler Sven Mathiasen und von der Theaterpädagogin Nina Knecht. Die beiden kommen in die Schule und gestalten gemeinsam mit den SchülerInnen einen ganzen oder halben Tag lang eine neue Welt aus Licht und Schatten.
Weitere Informationen.

FIGURA-Glossar: Schattentheater

Schattentheater blickt besonders im asiatischen Raum auf jahrhundertealte Traditionen zurück: In Indonesien existiert das Wayang-Kulit, in Kambodscha Sbek Thom, in Thailand Nang Yai oder Nang Talung. In Europa kam die Technik erst im 18. Jahrhundert auf, wie beispielsweise in Frankreich in Form der Ombres Chinoises.
Im Schattentheater werden die Scherenschnitte, Flachfiguren oder andere Gegenstände von einer – in der Regel für das Publikum nicht sichtbaren – Lichtquelle aus einem bestimmten Winkel beleuchtet, so dass der Schatten auf eine Leinwand projiziert wird. Diese Umrisse sind die HandlungsträgerInnen der gezeigten Inszenierungen. Die Arbeit der SpielerInnen findet dadurch in der Regel ausserhalb des Blickfeldes der Zuschauenden statt.
Kunstschaffende wie beispielsweise die Cie. Lili Désastres (Bild © Agnès Desfosses) nutzen diese Inszenierungsweise, um die vermeintlich bekannten Dinge in ein neues Licht zu stellen.



5 Fragen an... Benno Muheim und Françoise Blancpain

Das Theater Stadelhofen wird ab der kommenden Spielzeit in Ko-Leitung von Françoise Blancpain und Benno Muheim (Bild © zvg) geleitet. Während Blancpain als freie Produktionsleiterin, Dramaturgin und Kulturvermittlerin sowie als Theaterleiterin des GZ Buchegg in Zürich tätig war und ist, agiert der ausgebildete Musikpädagoge und Figurenspieler Muheim als Musiker (unter anderem als Teil der Kinderliederband Silberbüx) und zuletzt als Regisseur beim Figurentheater Hand im Glück. 

Wieso Figurentheater?
Françoise: Weil sich dort darstellende und bildende Kunst auf einzigartige Weise begegnen und auch in ganz kleinen Formaten die grossen Stoffe und Themen des Theaters verhandelt werden können.
Wo finden Sie Ihre Inspiration/Ideen?
Benno: Bei Gesprächen und Begegnungen aller Art. Am liebsten dann, wenn beim Gegenüber eine Hingabe zu mir unerforschten Dingen durchschimmert. Dann springe ich in diese Gedankenwelten rein und geniesse die kurze Weile der Weite, wo neue Perspektiven ausserhalb betretener Pfade möglich sind.
Was für ein Ritual steht vor dem Auftritt?
Benno: Trotz einer gänzlich gescheiterten Karriere beim Tischtennis Klub Uri wärme ich mich vor jedem Auftritt mit sportiven Bewegungsabläufen ein. Ich stelle mir glockenschwingende und fahnenwerfende Fans vor, die mich mit Rufen der Zuneigung überfluten. Mit Liebe im Sinn springe ich dann auf die Bühne.
Wann läuft alles rund?
Françoise: Wenn Gross und Klein mit leuchtenden Augen aus der Vorstellung kommt, die angeregten Diskussionen zwischen Publikum und Künstlern im Foyer danach nicht mehr enden wollen und die Theaterleitung schliesslich hundemüde aber zufrieden in die Federn sinkt.
Wer ist Ihr Bühnenvorbild?
Benno: Ich bewundere die Stücke von Ruedi Häusermann, die bis hin zu den Rändern von tiefster Musikalität zeugen, auch in Augenblicken ohne einen Ton Musik. Ich bewundere die Videos von Duda Paiva, der unglaublich bewegtes Figurentheater betreibt.



Tipps, Hinweise, Literatur

Puppen-Ausstellung
Das Museum für Gestaltung zeigt in der Ausstellung «Lasst die Puppen tanzen» seinen grossen Bestand an Figuren und Puppen, wie auch Kulissen, Filme, Entwürfe und Fotografien. Zu sehen sind unter anderem Sophie Täuber-Arps «König Hirsch», Puppen aus Otto Morachs «La boîte à joujoux» und allseits bekannte Figuren wie zum Beispiel der Kasperli. Die Ausstellung wird am 4. Mai zusammen mit der Ausstellung über den Choreografen und Pädagogen Sigurd Leeder eröffnet.

Master Theater – Expanded Theater an der HKB
Die Hochschule der Künste Bern bietet ab kommendem Herbstsemester einen Master in Expanded Theater an. Dieser ausbildungsvertiefende Master-Studiengang richtet sich an SchauspielerInnen, TänzerInnen, PerformerInnen und FigurentheaterspielerInnen, welche Lust daran haben, das eigene Theaterverständnis auf die Probe zu stellen. Ziel ist es einen eigenen Stil zu finden und sich unter Begleitung auf die spätere Berufspraxis vorzubereiten.
Anmeldefrist: 18. April 2017.

 

 

Die Autorin

Franziska Burger hat ihr Herz schon lange an das animierte Objekt auf der Bühne verloren. In ihrer Doktorarbeit, welche sie am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern verfasst, versucht sie dem Verhältnis von SpielerIn und Spielfigur im zeitgenössischen Figuren- und Objekttheater auf den Grund zu gehen. 

Anregungen, Irritationen und Ideen dürfen gerne an info@figura-festival.ch geschickt werden.

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Figura Theaterfestival, Bruggerstrasse 37, Postfach, CH-5401 Baden
Tel +41 (0)56 221 75 85, Fax +41 (0)56 221 75 15, info@figura-festival.ch, www.figura-festival.ch