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Figura Theaterfestival
Baden, 12.–17. Juni 2018
 
 

Liebe Freundinnen und Freunde des Figura Theaterfestivals

Mit grossen Schritten geht es Richtung Festival zu. Als Vorgeschmack können wir endlich das neue Visual des FIGURA 2016 veröffentlichen. Das Geheimnis, welche Produktion als Vorlage diente, wird allerdings erst in ein paar Wochen gelüftet. Aufmerksame Leser werden aber bereits den einen oder anderen Hinweis auf das kommende Programm im Newsletter finden. Das Schulprogramm ist bereits online!

Um gute Erinnerungen an das letzte FIGURA von 2014 aufzufrischen, kann am 20. März im Fabriktheater in Zürich nochmals die Unterwasser-Tanzperformance «Primo» besucht werden.


Grünschnabel 2016: Die Nominierten

Fünf Gruppen haben es in die engere Auswahl für den Grünschnabel 2016 geschafft und dürfen ihre Produktion am FIGURA Theaterfestival in Baden und Wettingen präsentieren. Wir lassen es uns nicht nehmen, sie im Newsletter kurz vorzustellen.

Der israelische Durchstarter Ariel Doron zeigt sein Anti-Kriegsstück «Plastic Heroes» (Bild, © Anael Resnick) mit Plastiksoldaten und –panzern. Die Gruppe Crabs and Creatures aus Deutschland bringt das Kinderstück «Spinnlein, Spinnlein an der Wand» mit, welches von der grossartigen Ilka Schönbein inszeniert wurde. Mit «M. Jules, l’épopée stellaire» zeigt die französische Gruppe Les philosophes barbares ein Stück über die Auswirkungen des Baus der Berliner Mauer für eine junge Familie. Die in Deutschland stationierte Truppe Søgaard/Barthel/Yun präsentiert mit «Fliegende Hunde» mittels Tanz und Figurenspiel eine bedrückende Darstellung der koreanischen Gesellschaft. Und die Belgier Cie. Brigand Rouge präsentieren mit «Mange tes ronces!» eine eigenwillige Schattentheaterproduktion mit zwei Hellraumprojektoren.




Objekttheaterworkshop mit Agnès Limbos (Cie. Gare Centrale)

Alle Profis aufgepasst: Wessen Traum ist es schon nicht, wenigstens ein Mal an einem Workshop unter der Leitung der Objekttheater-Koryphäe Agnès Limbos (im Bild mit Gregory Houben in ihrer Produktion «Ressacs», © Alice Piemme) das Rüstzeug für diese sehr eigenwillige Theaterform zu lernen? Jetzt ist eure Chance da! Am Samstag, 18. Juni von 9 bis 13 Uhr wird ein Kurs im Claquekeller in Baden durchgeführt. Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf Personen beschränkt, die Plätze werden nach Eingang der Anmeldungen berücksichtigt. Das Kursgeld beträgt 75.- Franken.

Anmeldung bis spätestens 15. Mai 2016 an: info@figura-festival.ch



HelferInnenaufruf

FIGURA sucht für die diesjährige Ausgabe noch weitere Helferinnen und Helfer, die das FIGURA-Team ergänzen: Wer gerne Flyer verteilt, Tickets kontrolliert, bei der Kasse, dem Saaldienst oder der Technik hilft und sich nicht scheut, StrassentheaterkünstlerInnen bei der Durchführung ihrer Auftritte behilflich zu sein, der ist bei uns an der richtigen Stelle. Den Helfenden gebühren nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch Freikarten und eine offizielle Einladung zum FIGURA-Kennenlernbrunch, sowie Zugang zur Grünschnabel-Preisverleihung und zum feinen Abschlussessen des gesamten FIGURA-Teams.

Interessiert? Dann schnellstmöglich melden bei catherine.beltrame@figura-festival.ch

FIGURA-Team: Peter Hauser

Peter Hauser ist das Rückgrat des FIGURA Theaterfestivals: Er sorgt dafür, dass die Technik funktioniert, damit reibungslosen Aufführungen nichts im Wege steht. Als technischer Leiter ist er bereits das zweite Mal am FIGURA dafür verantwortlich, dass stets genügend TechnikerInnen und das richtige Material an den jeweiligen Aufführungsorten vorhanden sind. Auch er legt immer wieder selbst Hand an, wenn Not am Mann ist.
Den Rest des Jahres arbeitet Peter Hauser als freischaffender Szenograph, Bühnenbildner und Lichtdesigner. So ist er auch immer wieder bei Figuren- und Objekttheaterprojekten beteiligt. Er hat als Techniker beim Theater Stadelhofen gearbeitet und unter anderem schon Neville Tranter auf einer Schweizer Tournee begleitet.




FIGURA-Glossar: Bunraku

So manchem ist die Inszenierung «The Table» (Bild, © Lorna Palmer) der britischen Theatertruppe Blind Summit, welche auch vor zwei Jahren am FIGURA gastierte, sicher noch lebhaft in Erinnerung. Die dabei verwendete Spieltechnik, bei welcher drei SpielerInnen gemeinsam eine Puppe animieren, stammt von der jahrhundertealten Tradition des japanischen Bunraku ab. Dort müssen sich die ausschliesslich männlichen Spieler nach einer streng hierarchisch geordneten Struktur vom Beinspieler über den Rumpf hin zum Kopfspieler hocharbeiten. Dieser Prozess dauert nicht selten ein Leben lang.
Eine zeitgenössische Adaption dieser Spielform kann auch am kommenden FIGURA gesehen werden: Die brasilianische Gruppe Pigmaliãoesculturaquemexe gastiert mit ihrem äusserst aufwühlenden Kurzstück «O quadro de uma família» in Baden.




5 Fragen an... Isabelle Matter

Seit Herbst 2015 ist Isabelle Matter (Bild, © Carole Parodi) die neue Leiterin des Théâtre des Marionnettes in Genf. Sie löste den langjährigen Leiter Guy Jutard ab. Vorher war sie Autorin, Regisseurin und Figurenspielerin Mitglied der Cie. des Hélices.

Pourquoi faire du théâtre de marionnette ? Wieso Figurentheater? 
Parce qu’avec la marionnette, j’ai l’impression de toucher à quelque chose de primitif dans notre relation au monde, dans l’art de se représenter ce monde. Plus que de l’incarner, il s’agit de le mettre en jeu tel que nous le percevons, tel que nous l’interrogeons sur la petite scène de notre imaginaire. Il s’agit aussi de créer ce jeu en complicité avec le spectateur, avec qui on fait de part et d’autre «comme si», et avec qui tout devient possible. Weil ich denke, dass man mit der Puppe etwas Grundsätzliches in der Beziehung zwischen uns und der Welt und wie wir uns vorstellen berührt. Es geht mehr als nur um Verkörperung, sondern auch darum, unsere Wahrnehmung und Fantasie infrage zu stellen. Dieses Spiel wird erst in Zusammenarbeit mit dem Publikum geschaffen, welches das «Als ob» erst ermöglicht.
Où ou comment trouvez-vous votre inspiration? Wo finden Sie ihre Inspiration/Ideen? 
C’est souvent une rencontre entre une situation qui me questionne, me préoccupe, me scandalise, un texte ou une histoire qui en parle ou qui reflète mon inquiétude, et une image qui la matérialise. Die finde ich oft in Begegnungen und Situationen die mich dazu anregen, mich zu hinterfragen, die mich beschäftigen, mich empören; ein Text oder eine Geschichte, die meine Unruhe thematisieren, ein Bild, in dem sich dies materialisiert.
Quel est votre rituel avant d’entrer en scène? Was für ein Ritual steht vor dem Auftritt?
Je chasse tous les chats errants dans ma gorge, et fais trois salutations au soleil. Ich verjage alle Frösche in meinem Hals und mache drei Sonnengrüsse.
Quand est-ce que tout tourne rond? Wann läuft alles rund?
En répétition, je ne crois pas que ça m’intéresse tellement que tout tourne rond : j’aime qu’il y ait des accidents, des surprises. Mais j’aime aussi lorsque dans une représentation, il y a cet état de grâce où tous les éléments se fondent en une seule et même réalité : les marionnettes, les gestes des comédiens, l’espace, le son, les mots, lorsque tout ça vibre ensemble sur la même musique des choses. Während der Proben interessiere ich mich nicht dafür, dass alles rund läuft: ich mag die kleinen Unfälle und Überraschungen. Bei den Aufführungen hingegen mag ich jene Momente der Anmut, in denen sich alles zusammenfügt, in denen eine neue Realität geschaffen wird und die Puppen, die Gesten der DarstellerInnen, der Raum, der Klang und die Worte gemeinsam im Einklang schwingen. 
Quel artiste de théâtre vous sert de modèle? Wer ist Ihr Bühnenvorbild?
Il y a une grande quantité d’artistes, que je connais personnellement, ou que j’imagine, qui ont leur petite voix dans ma tête, et qui me disent attention, là tu es redondante, là tu vas trop vite, là tu vas trop lentement, là il manque un truc, là c’est trop… Parfois, je les écoute, d’autre fois, non. Es gibt eine grosse Zahl an KünstlerInnen, die ich persönlich kenne und deren Stimmen beim Arbeiten leise zu mir sprechen: da bist redundant, da zu schnell, da zu langsam, da fehlt etwas, da ist zu viel... Manchmal höre ich auf sie, manchmal nicht.




Internationaler Tag des Figurentheaters am 21. März 2016

Am 21. März 2016 wird der internationale Tag des Figurentheaters gefeiert. Der Tag wurde ins Leben gerufen, um dieser Theaterform in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Zwischen dem 11. und 24. März finden zu diesem Anlass in der ganzen Schweiz über 80 Workshops, Aufführungen und weitere Veranstaltungen statt.
Um die Bedeutung des internationalen Tag des Figurentheaters zu betonen, hat die UNIMA International eine Nachricht des katalanischen Figurenspielers Joan Baixas veröffentlicht.

  

Verschiedenes aus der ganzen Figurentheaterwelt

Spanien
Während den Fastnachtsfeierlichkeiten im vergangenen Februar in Madrid wurden zwei Puppenspieler verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, Terrorismus zu verherrlichen und Hass zu schüren. Dabei führten die beiden lediglich eine traditionellerweise äusserst aggressive und mit satirischen Anspielungen auf Al-Quaida und ETA angereicherte Inszenierung von Don Cristobal fälschlicherweise vor Kindern auf. Inzwischen wurden die beiden zwar wieder aus der Haft entlassen, der Prozess steht ihnen allerdings noch bevor. Das Ereignis ist ein Beispiel dafür, wie bedroht die künstlerische Freiheit ist.

Deutschland
Auf RTL kürte Deutschland seine Puppenstars: Das innerhalb der Figurentheaterszene sehr heiss diskutierte Format erntete vor allem Kritik (unter anderem in Form eines Schlagabtausches zwischen Dr. Olaf Bernstengel und der Vorsitzenden von UNIMA Deutschland sowie Leiterin des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V. Annette Dabs). Gewonnen haben die skurril-schrägen Bühnencomic-Macher half past selber schuld, die sich den Zuwachs an Aufmerksamkeit trotz der Fragwürdigkeit der Castingshow definitiv verdient haben. Wer sich von ihrem Können selbst überzeugen möchte, der kann sich umso mehr auf das kommende FIGURA freuen.

Schweiz
Das Theater Stadelhofen sucht ab der Spielzeit 2017/2018 eine neue Leitung. Das Theater ist ein wichtiger Spielort für Figuren- und Objekttheater im deutschsprachigen Raum. Programmatisch wird ein besonderer Schwerpunkt auf Kindertheater gelegt, es werden aber auch regelmässig Abendprogramme für ein erwachsenes Publikum durchgeführt.
Weitere Informationen zur Stellenausschreibung und dem Bewerbungsverfahren finden sich hier.

 

 

Die Autorin

Franziska Burger hat ihr Herz schon lange an das animierte Objekt auf der Bühne verloren. In ihrer Doktorarbeit, welche sie am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern verfasst, versucht sie dem Verhältnis von Spieler und Spielobjekt im zeitgenössischen Figuren- und Objekttheater auf den Grund zu gehen. 

Anregungen, Irritationen und Ideen dürfen gerne an info@figura-festival.ch geschickt werden.

Figura findet man auch auf Facebook
www.facebook.com/figuratheaterfestival

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Figura Theaterfestival, Bruggerstrasse 37, Postfach, CH-5401 Baden
Tel +41 (0)56 221 75 85, Fax +41 (0)56 221 75 15, info@figura-festival.ch, www.figura-festival.ch